Schüler sollen ihre Daten schützen

„Meine Daten kriegt ihr nicht!“ Unter diesem Motto startete Anfang Februar das Pilotprojekt einer Initiative des Hamburger Datenschutzbeauftragten zusammen mit Schulen, Lehrerverbänden, der Polizei und Medien wie dem NDR. Ziel: Kinder und Jugendliche sollen stärker für das Thema Datenschutz und Datenmissbrauch sensibilisiert werden.

Denn noch immer gehen junge Leute bei ihren Streifzügen im Internet allzu sorglos mit ihren persönlichen Daten um. Sie betreiben eigene Webseiten mit Fotos und Adressen, sie unterhalten sich in Chatrooms oder tauschen persönliche Informationen in Netzwerken wie Facebook oder StayFriends aus. Doch was einmal im Netz gelandet ist, lässt sich aus dem virtuellen Gedächtnis nicht mehr löschen. Und so können z. B. potentielle Arbeitgeber den Hintergrund von Bewerbern ausleuchten, Mitschüler Mobbing-Attacken starten oder pädophile Familienväter sich unter falschen Angaben an Kinder heranmachen. Diese Gefahren können Jugendliche häufig nicht überblicken.

Deshalb will Hamburgs oberster Datenschützer Prof. Dr. Johannes Caspar mit seiner Initiative den Schülern der Hansestadt die Augen für diese Gefahren öffnen. Ihnen müsse klar gemacht werden, dass im Internet unerwünschte Lauscher mithören, so Caspar. Deshalb sollte Datenschutz gerade in der schulischen Ausbildung als Lernziel fest verankert sein. Durch die Kooperation mit den Schulen und den Lehrerverbänden, unterstützt von der Polizei und dem Rundfunk, könne Hamburg eine Vorreiterrolle dabei spielen.

Erste Station des Pilotprojekts war Anfang Februar eine siebte Klasse an der Gesamtschule Walddörfer. Die Schüler haben sich dabei an die virtuellen Fersen eines fiktiven Internetsuchers geheftet und dabei Stück für Stück seine persönlichen Daten zusammen gesammelt. So konnten die Jugendlichen selbst sehen und diskutieren, welche Folgen der arglose Umgang mit privaten Informationen im Internet haben kann.

Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Schulsenatorin Christa Goetsch begrüßte die Initiative „Meine Daten kriegt ihr nicht!“ und hofft, dass möglichst viele Schulen und Lehrer den Ball aufnehmen, um ihre Schüler zu einem verantwortungsvollen Umgang mit eigenen Daten zu erziehen. Die Schulbehörde und das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung wollen die Schulen dabei mit Fortbildungsangeboten, mit Beratung und speziellen Unterrichtsmaterialien unterstützen.

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